Montag, 22. Oktober 2012

Die Reiseplanung und ihre Tücken

So, nachdem wir so lang daran rumgebastelt haben (mit Unterbrechung denn mein Vater und Daniels Mutter waren ja zu Besuch), wollen wir euch unsere Reiseplanung nicht länger vorenthalten. Anschließend möchte ich euch noch schildern, was uns in den letzten 14 Tagen bezüglich der Finanzierung und Durchführung des Ganzen in Schach gehalten hat bzw. immer noch hält.

Also hier unsere (fest) geplante Reiseroute:

  • Start am 19. März 2013 mit dem Auto Richtung Osten inkl. der Städte Ottawa, Montreal und Quebec (7 Tage)
  • Abflug am 27.3. von Toronto nach Vancouver (Aufenthalt 7 Tage inkl. Vancouver Island)
  • Ab dem 01.04. wollen wir uns dann für knapp zwei Wochen ein Wohnmobil mieten, mit dem wir dann verschiedene Orte in British Columbia und Alberta erkunden (inkl. Whistler, Wells Grey Provintialpark, Jasper, Edmonton, Calgary, Banff, Kamloops)
  • nach Abgabe des Womos in Vancouver gehts dann die Westküste der USA entlang (Seattle, San Francisco, Los Angeles, San Diego) ob mit Bus oder Auto wissen wir leider noch nicht
  • Am 24.04. fliegen wir dann nach Hawaii. Erst nach Honolulu (3 Tage) und anschließend für weitere 3 Tage nach Maui
  • Am 01.05. treffen wir dann im Spielparadis Las Vegas ein und bleiben dort 4 Nächte ;-)
  • anschließend fliegen wir für zwei Nächte nach Washington D.C.
  • Vom 8.5. bis 13.5 fliegen wir ( mein persönlicher Wunsch) auf die Bahamas und wollen dort dann endlich mal die Seele baumeln lassen
  • Am 14.5. treffen wir dann hoffentlich in New York ein und bleiben weitere 5 Nächte im Big Apple
  • Abschließend geht es nochmal nach Toronto zum Wäschewaschen ;-) und dann gehts am 21.05. auch schon nach Hause, wo wir hoffentlich wohlbehalten am 22. Mai 2013 um 11:35 Uhr in Tegel landen
Neidische Kommentare sind erwünscht ;-)

Bis auf den Heimflug und den Flug nach Vancouver haben wir aber vorerst noch nichts gebucht (obwohl es mir ja schon in den Fingern kribbelt). Der Grund dafür ist nämlich die kniffelige Angelegenheit mit der Bezahlung. Während wir beide ja eine deutsche Kreditkarte haben und von dort immer fleißig abgebucht wird, besitzen wir hier leider keine. Die Überweisung des kanadischen Geldes auf das deutsche Konto ist aber mit Transaktionskosten verbunden. Zusätzlich fallen bei jedem Auslandseinsatz Umrechnungsgebühren an. Das macht die ganze Sache teuer. Nun haben Daniel und ich uns gedacht, lass uns doch einfach eine kanadische Kreditkarte beantragen. Ja, aber so einfach ist das nicht: Ohne credit history (ähnlich der Schufa) keine Kreditkarte und ohne Kreditkarte keine credit history. Der Hund beißt sich selbst in den Schwanz. Ich hatte dann die Hoffnung wenigstens eine Art Prepaid Kreditkarte zu bekommen, aber die werden für Non-Residents (Leute,die keine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis haben) überhaupt nicht gewährt.  Nach etlichem hin un her habe ich heute den Antrag für eine Kreditkarte zum zweiten Mal ausgefüllt und hoffe, spätestens nächste Woche eine zu bekommen, bei der wir einen Teil unseres Geldes als Sicherheit hinterlegen mussten. Sollte dies nicht funktionieren, müssen wir das Geld wohl doch aufs deutsche Konto überweisen. Denn langsam wollen wir auch mit dem Buchen anfangen, da die Preise bereits steigen.

Ein weiterer unerwarteter Faktor war der Greyhoundbus. Es handelt sich dabei um ein in Kanada und den USA weit verbreitetes Linienbusunternehmen, welches bis vor kurzem ein sehr gutes Angebot hatte. Das Angebot war ein Vielfahrerpass, welcher für 7, 15, 30 oder 60 Tage (je nach Wunsch) gültig war. Da Daniel und ich eine Jugendherbergsmitgliedschaft haben, hätten wir 15 Tage zum Preis von sieben Tagen fahren können. Dabei hätten wir so oft aus- und umsteigen können wie wir wollten. Nun wurde völlig unerwartet dieses Angebot zum 30. September eingestellt. Nun wissen wir leider noch nicht, wie wir diese Strecke nun überbrücken sollen. Da Daniel ja noch keine 25 Jahre ist, müsste ich dann die ganze Zeit mit dem Auto fahren, was mich prinzipiell nicht stören würde. Aber ich habe mich einfach schon sehr auf eine entspannende Busfahrt gefreut, bei der man einfach aus dem Fenster sieht, sich die Umgebung ansehen kann und schläft, wann immer man will. Außerdem müssen auch Benzin und Parkplatzkosten, die hier meist sehr hoch sind, einberechnet werden. Die Bustickets für die einzelnen Strecken zu buchen wäre natürlich teurer als mit dem Pass, es sei denn man würde sie jetzt schon buchen, allerdings müsste man sich dann bereits für feste Uhrzeiten entscheiden, zu denen man fahren möchte. Noch ein Grund warum wir schnell eine Kreditkarte brauchen ;-)
Also ihr merkt schon, dass ist alles gar nicht so einfach, wie man es sich vielleicht vorstellt. Ihr könnt ja gern mal schreiben, was ihr empfehlen würdet: Auto oder Bus? (Ach so, in LA hätten wir sowieso ein Auto, da LA einfach zu weitläufig ist.)

Auf jeden Fall ist unsere Vorfreude schon sehr groß und immer wenn wir mal keine Lust mehr auf diese doofe Arbeit haben (was in letzter Zeit sehr häufig vorkommt), dann motivieren wir uns mit unserer Reise und all den schönen Dingen, die wir auf den einzelnen Stationen erleben und sehen werden.

Liebe Grüße an alle und genießt die letzten schönen Herbsttage!

Nadine und Daniel

Sonntag, 14. Oktober 2012

Daniels Mutter zu Besuch

Nun haben wir endlich mal wieder Zeit uns zu melden. Am 29. September kamen Daniels Mutter und ihr Mann zu Besuch. Da sowohl Daniel als auch ich arbeiten mussten, konnte leider keiner von uns die beiden vom Flughafen abholen. Dafür haben wir uns am nächsten Tag getroffen und sind erst einmal in einen Frozenjoghurt-Shop gegangen. Dort gibt es, wie der Name schon sagt, gefrorenen Joghurt in verschiedenen Geschmacksrichtungen, die man dann mit allerlei Früchten und Süßigkeiten dekorieren kann. Sehr lecker! Wir hoffen, dass es sowas auch bald in Deutschland gibt. Anschließend sind wir dann zu uns nach Haus, wo wir allerlei Mitbringsel auspacken durften (bspw. Spekulatius, dicke Socken), die uns bereits auf die Winterzeit vorbereiteten sollen. Man muss auch sagen, dass es hier zunehmends kälter wird und es sich für mich bereits wie Winter anfühlt. Während Daniel und ich schon in Mänteln rumlaufen, haben die Kanadier teilweise noch kurze Hosen und Flipflops an (liegt wohl an den Genen).
Da wir beide immer sehr viel arbeiten müssen, haben wir uns ganz gezielt an zwei Tagen in der Woche frei gewünscht und ein Auto ausgeliehen, um mit den beiden Ausflüge zu machen. So startete unser erster Ausflug am 04. Oktober Richtung Niagarafälle. Zunächst haben wir noch einmal die Kleinstadt "Niagra-on-the-Lake" besucht. Leider hatten wir auch diesmal keine Zeit, das anliegende Fort George zu besichtigen. Es handelt sich um ein Schlachtfeld, auf dem im 19. Jahrhundert Schlachten zwischen den USA und Kanada ausgetragen wurden und ist definitiv empfehlenswert. Auf dem Weg zu den Fällen konnten wir bereits den wunderschönen kanadischen Herbst sehen, der seine Farbenpracht in den kommenden Wochen noch ausbreiten wird.


Nach einer Fahrt auf der "Maid of the Mist" haben wir diesmal auch die Tour "Journey behind the Falls" gemacht, bei der man direkt hinter die Wasserfälle gehen kann. Da man hier aber relativ wenig sieht, empfehlen wir eher die Tour auf der amerikanischen Seite zu machen (Grenzüberschreitung ist für 6 US$ ohne weiteres möglich). Nachdem wir noch ein wenig durch den stark an Las Vegas erinnernden Ort geschlendert sind, war es auch irgendwann schon dunkel und wir konnten die Wasserfälle, die nachts beleuchtet sind, bewundern. Auf jeden Fall ein Erlebnis!


Am Freitag ging es wieder früh raus und wir sind mit den beiden zu Walmart und in die Vaughan Mills Mall zum Shoppen gefahren. Auch Daniel und ich haben uns ein paar Teile für unsere "Winterkollektion" gegönnt ;-)
Am Abend hat es uns dann in das eine Stunde entfernte Canadas Wonderland verschlagen, einem Freizeitpark, der speziell zur Halloweenzeit Geisterhäuser aufbaut und Erschrecker im Einsatz hat. Obwohl die Darsteller einen nicht anfassen, bekommt man schon vom bloßen Laufen durch die Irrgärten und Geisterhäuser einen riesen Schreck. Wirklich gutgemacht und absolut zu empfehlen. 

                   

Am Wochenende hieß es dann für uns beide wieder arbeiten. Am Montag, dem 08. Oktober, war Thanksgiving, was übrigens einige Wochen vor den USA stattfindet, da deren Ernte, auf Grund der südlicheren Lage, später eingefahren wird. Traditional haben wir ein Thanksgivingdinner gemacht, bei dem Christopher und Jody (Vermieterin + Freund) für uns gekocht haben. Mit Christophers Kindern, unseren Mitbewohnern und Daniels Eltern waren wir elf Leute. Es hat super geschmeckt und wen es interessiert: Sogar bei diesem Gericht wurde Verwendung für Ahornsirup gefunden ;-)






Am Dienstag haben wir uns dann wieder ein Auto gemietet, weil wir eigentlich nach Kitchener zum größten Oktoberfest Kanadas wollten. Auf dem Weg dahin haben wir noch einen Abstecher nach St. Jakobs, was eine gute Stunde von Toronto entfernt liegt, gemacht. Hier leben sehr viele Mennoniten, die ihren Ursprung in Deutschland/Österreich bzw. der Schweiz haben. Dabei handelt es sich um eine Glaubensgemeinschaft, die ähnlich den Amisch ist, aber doch schon moderner und fortschrittlicher lebt. Neben dem sehr beschaulichen Ort gibt es hier allerlei hausgemachter Dinge der Mennoniten, die zum Verkauf angeboten werden. Außerdem gibt es einen sehr berühmten Farmers Market der aber leider nur Donnerstag und Samstag geöffnet hat. Außerdem haben wir noch ein bisschen die Gegend erkundet und haben die letzte überdachte Brücke Ontarios gefunden: Die "Kissing Bridge".

Mein Lieblingskürbis ;-)




Auf der Kissing Bridge
Im Anschluss sind wir nach Kitchener auf das Oktoberfest gefahren, was leider der totale Reinfall war. Wir waren ja bereits nachmittags da und vor 19 Uhr passiert da mal gar nichts. Des Weiteren ist da eigentlich auch nur was am Wochenende los. Daniel und ich haben dann ein schlecht gemachtes Schnitzel mit trockenem Sauerkraut gegessen (kann in keinster Weise mit der deutschen Variante mithalten) und haben dann im Rathaus einem Huldigung für deutsche Pioniere zu gesehen. Das wars, also nix spannendes. Da wir abends noch essen gehen wollten, konnten wir leider nicht bis zum eigentlich Gaudi bleiben.



Am Abend waren wir in Daniels Restaurant essen und haben uns nochmal so richtig den Bauch voll geschlagen (Thanksgiving war ja immerhin schon einen Tag her). Lecker wars :-)
Am Mittwoch haben wir Daniels Eltern und ich dann nochmal die Geschäfte unsicher gemacht und Donnerstag gings dann auch schon wieder nach Haus für die beiden. Wir hatten eine spannende und ereignisreiche Zeit mit den beiden.

Morgen haben Daniel und ich zum Glück einen gemeinsamen freien Tag, den wir für die ersten Flugbuchungen unserer Reise nutzen wollen. Davon und von unserer ausführlichen Reiseroute gibts dann beim nächsten Mal mehr.

Gruß

Daniel und Nadine  

Samstag, 29. September 2012

Verdammt viel zu tun!

Hallo liebe Blogleser,

zu unserer Schande müssen wir gestehen, dass wir im Augenblick echt wenig Zeit für irgendwelche Aktivitäten geschweige denn Blogeinträge haben. Daniel muss jetzt immer statt um 15 Uhr eine Stunde eher arbeiten (warum auch immer) und ich habe gerade mit dem Training im Four Seasons Hotel angefangen. Das Training und das Hotel sind echt toll. Ein bisschen wie auf der Titanic; noch niemand hat in den Betten geschlafen oder das Geschirr benutzt. Es ist schon echt beeindruckend so eine riesige Hoteleröffnung mitzumachen. Ich hatte sogar das Glück den Gründer der Four Seasons Hotels zu treffen, der mit seinen 81 Jahren eine echt beeindruckende Persönlichkeit ist. Dennoch ist das ganze ziemlich anstrengend und gar nicht so einfach mit meinem anderen Job zu vereinbaren. Aber ich schaue mal wie es wird.
Bei Daniel sieht es so aus, dass man ihm zu Beginn eine Gehaltserhöhung nach drei Monaten versprochen hatte. Diese drei Monate sind schon lange um und er rennt immer noch seinem Geld hinterher. Mittlerweile fühlt er sich so verar... und hingehalten, dass er ernsthaft darüber nachdenkt den Job zu wechseln. Ich unterstütze ihn da absolut in seiner Entscheidung. Uns geht es vorrangig nicht mal um das Geld sondern eher ums Prinzip. Also warten wir mal ab, was auf dem nächsten Paycheck steht.
Heute kommt Daniels Mutter+Mann in Toronto an. Leider können wir die beiden nicht vom Flughafen abholen. Dafür konnte Daniel seine Schicht tauschen, so dass er frei hat und die drei morgen schon mal Toronto erkunden können. Auf Grund des engen Dienstplans und unseres Besuchs werden wir uns wahrscheinlich erst wieder in zwei Wochen mit neuen Bildern melden. Hier ein kleiner Vorgeschmack: Wir wollen noch einmal zu den Niagarafällen (bei Nacht), in Canadas Wonderland (mit Halloween Show), auf das größte Oktoberfest Kanadas und eine Besichtigung eines Amish Dorfes.

Bis dahin alles Liebe

Nadine und Daniel

Dienstag, 18. September 2012

Daniels Geburtstag

Letzte Woche Montag war Daniels Geburtstag. Der er aber die Tage davor sehr viel gearbeitet hat und demnach auch ziemlich überarbeitet war, haben wir beschlossen es ruhig angehen zu lassen. Ich hatte zum Glück meinen Dienst noch tauschen können, so dass ich auch frei hatte. Während Daniel noch geschlafen hat, habe ich unser Wohnzimmer ein bisschen geschmückt. Anschließend haben wir dann ausgiebig gefrühstückt und uns ein Stück von dem (extrem süßen) Geburtstagskuchen gegönnt.




Nachmittags waren wir dann noch ein bisschen im Eaton Centre und abends waren wir noch in einem Restaurant essen. Leider war das Essen nicht besonders gut, aber egal.

Ein weiteres kleines Highlight dieser Woche war, dass wir unseren Rückflug gebucht haben. Also: Unser Rückflug geht am 21. Mai von Toronto aus über London, so dass wir dann am 22. Mai in Berlin ankommen.
Das bedeutet auch, dass unsere Reiseplanung jetzt ziemlich fest ist, da wir ja eine Rundreise machen und demnach pünktlich zurück sein müssen. Aber zu unseren Reisestationen ein anderes Mal mehr, da wir ja vorerst noch das nötige Kleingeld zusammensparen müssen.

Ansonsten müssen wir beide zur Zeit sehr viel arbeiten und versuchen vor der Arbeit immer so viel wie möglich zu erledigen. Am Donnerstag haben wir dann beide frei, da mein Vater und seine Freundin von ihrer Reise zurückkommen. Abends wollen wir dann bei mir auf Arbeit den 100 Euro Gutschein, den wir als Dankeschön bekommen haben, umsetzen :-)
Davon dann beim nächsten Mal mehr.

Gruß 

Daniel und Nadine

Freitag, 7. September 2012

Ein Besuch im Algonquin Park

Bevor wir von unserem Ausflug berichten möchte ich noch kurz erzählen, dass wir das Geld von der Unfallfahrerin zurück bekommen haben. Sie hat aber auch nur exakt den Betrag der Reparatur überwiesen und keine extra Kosten (Straßenbahnkosten). Naja Daniel hat daraus gelernt und wir werden wohl demnächst mal einen Helm kaufen.
Die nächste Neuigkeit ist, dass ich den Job im Four Seasons Hotel bekommen habe. Da es sich dabei aber um einen "On Call Job", also einen Job auf Abruf, handelt weiß ich gar nicht, wie es demnächst weiter geht. Das einzige was ich weiß, der erste Trainingsarbeitstag ist am 24. September. Nähere Infos werde ich ja dann hoffentlich demnächst erhalten.

So nun aber zu unserem Erlebten. Am 31.8. kam mein Vater und dessen Freundin hier in Toronto an. Auf Grund des Lufthansa-Streiks in Frankfurt wurde ihre komplette Flugplanung umgeworfen und sie kamen mit einer Stunde Verspätung hier an. Nur leider ihr Gepäck hatte es nicht bis hierher geschafft. Da sowohl Daniel als auch ich arbeiten mussten, sind die beiden gleich in ihr Hotel eingecheckt und haben am nächsten Vormittag ihr Wohnmobil abgeholt. Damit sind sie dann hier vorgefahren und wir haben nach deutscher Manier erstmal Kaffee und Kuchen auf der Front Porch gehabt. Im Rahmen der CNE (Ausstellung auf dem Messegelände, welche Daniel und ich auch besucht haben) eine Flugshow stattfand sind wir anschließend Richtung Hafen gelaufen und haben das Wetter genossen. Von da aus musste ich dann zur Arbeit und die beiden haben an unserem Haus auf ihr Gepäck gewartet.
Am nächsten Tag hatte Daniel frei und war noch ein bisschen mit den beiden unterwegs. Sie haben dann Einkäufe für unseren Ausflug gemacht und Daniel hat schon mal alle unsere Sachen gepackt (ich musste leider lange an dem Tag arbeiten), denn es sollte am Montag um 8 Uhr losgehen.
Montag morgen sind wir dann auch relativ pünktlich aufgebrochen und haben uns mit dem Wohnmobil auf den Weg Richtung Norden gemacht. Nach circa 4 Stunden Fahrt waren wir dann auch schon im Algonquin Park. Der Algonquin Park ist der größte Provincial Park in Ontario und ist knapp 8000 km² groß. Er ist der älteste Naturpark in Ontario und enthält weit über tausend Seen.
Da für Montag schönes Wetter angesagt war und es am Dienstag regnen sollte, haben wir uns dafür entschlossen direkt eine kleine Kanutour zu starten. Es war echt toll so auf dem See rumzupaddeln und fürs erste Mal haben wir und gar nicht so dumm angestellt. Erstaunlicherweise hatten wir auch kaum Muskelkater, obwohl man bei starken Gegenwind manchmal ganz schön paddeln muss um überhaupt vom Fleck zu kommen. Da in dem See teilweise kleine Inseln waren, haben wir das ein oder andere Mal angelegt und haben noch ein paar Schnappschüsse auf den Inseln gemacht.


Außerdem bietet der Park auch noch viele Rundwanderwege und Aussichtspunkte. Wir haben dann auch gleich eine kleine Wanderung zu einem Aussichtspunkt gemacht. An jedem Eingang befinden sich kleine Infohefte, die über die Informationen über die Natur und die Pflanzen des jeweiligen Waldabschnittes enthalten. Leider nur auf Englisch, aber dennoch sehr touristenfreundlich gemacht. Als wir dann den Aussichtspunkt erreicht hatten war die Aussicht einfach der Wahnsinn.



Anschließend haben wir uns einen Campingplatz ausgesucht, haben eingecheckt und unser Zelt aufgebaut, was erstaunlicherweise sehr schnell ging. Besonders cool ist, dass jede Parzelle eine eigene Feuerstelle mit Grillrost hat, so dass wir abends sogar noch grillen konnten. Da wir erst abends angekommen sind, konnten wir leider kein Feuerholz mehr kaufen. Also haben sich Daniel und ich kurzer Hand daran gemacht herunter gefallende Äste und Holz aufzusammeln, so dass wir auch ein Feuer machen konnten. Keine gute Idee, wie sich am nächsten Morgen rausstellte. Der Park-Ranger kam und hat unser Holz eingesammelt und gesagt, dass es normalerweise hohe Strafen dafür gibt. Also haben wir am nächsten Tag Feuerholz gekauft.
Am zweiten Tag war das Wetter dann wirklich nicht mehr so gut. wir haben zwei Museen im Park besucht. Das eine stellt Kunst mit dem Thema "Natur im Algonquin Park" aus und das andere zeigt die Holzwirtschaft und damit die Anfänge des Parks beides eigentlich sehr interessant und der Eintritt war frei. Den zweiten Tag wollten wir für Wanderungen nutzen. Wir haben uns dann für einen Wanderweg entschieden, der die Schwierigkeitsstufe 2 hatte und ca. 5,8 km lang war. Außerdem haben wir uns noch für einen Wanderweg entschieden, der an zwei Biberbauten vorbei führte. Leider hat es zu dem Zeitpunkt so stark geregnet, dass sich nicht mal die Biber raus trauten. Generell waren wir sehr enttäuscht, da uns viele Kollegen erzählten man kann im Algonquin Park viele Tiere sehen und wir haben quasi nicht eins gesehen. Ok natürlich gab es eine Menge Vögel und Eichhörnchen, auch Streifenhörnchen waren vertreten, aber eben keine größeren Tiere. Aber noch hatten wir die Hoffnung nicht aufgegeben. Am nächsten Morgen mussten wir dann ganz früh aufstehen, da unser Bus bereits um 8:40 Uhr von der nächste größeren Stadt abfahren sollte. Auf dem Weg vom Waschhaus zu unserem Zelten konnten wir dann erstmal eine fünfköpfige Waschbärenfamilie, auf der Suche nach Nahrung, beobachten. Nachdem wir das Zelt zusammengepackt haben, haben mein Vater und seine Freundin uns zum Busbahnhof gefahren. Und dann, am Rande der Hauptstraße des Algonquin Parks, da stand er: Ein Elch. Um genau zu sein war es ein Mama-Elch und daneben stand der kleine (aber immer noch ziemlich große) Baby-Elch. Wir haben dann das gemacht, was man eigentlich nicht machen soll: Wir haben das Auto in sicherer Erfahrung angehalten und ein paar Fotos gemacht. Leider so weit weg, dass man es wahrscheinlich nicht richtig erkennen kann. Aber es war toll. Als der Elch uns dann so seltsam angeguckt hat, sind wir lieber wieder schnell ins Auto gestiegen und weiter gefahren. Sicher ist sicher!
Nach 4 Stunden fahrt hat der Bus uns wieder wohlbehalten in Toronto abgesetzt. Mein Vater und seine Freundin sind unterdessen weiter in Ontario unterwegs und kommen am 20. September für ein Abschiedsessen wieder nach Toronto.
Für uns heißt es in der Zwischenzeit wieder weiter arbeiten und ich muss meine Erkältung auskurieren, denn durch den Regen und das Zelten habe ich mir doch ganz schön was weggeholt. 
Die Fotos (nur einige; alle würden den Rahmen sprengen), die vom professionellen Fotografen Daniel gemacht wurden, könnt ihr wie immer unter der Kategorie Bilder bewundern.

Bis dahin viele Grüße

Daniel und Nadine

Samstag, 25. August 2012

Eine unschöne Woche geht zu Ende


Diese Woche war wirklich in vielerlei Hinsicht unschön. Aber beginnen wir von Vorne.
Daniel und ich hatten mal wieder nur einen gemeinsamen freien Tag. Um genau zu sein, war Donnerstag Daniels einziger freier Tag innerhalb von eineinhalb Wochen. Wir haben uns vorgenommen die „CNE“, eine Messe auf dem Messegelände Toronto, zu besuchen. Da wir versuchen noch so viele Dinge vor Ende der Saison zu besichtigen (Saisonende ist der 30.09.), müssen wir uns langsam beeilen. Aber natürlich hat uns die Arbeit wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht. Daniel wurde angerufen, dass er für eine kranke Kollegin einspringen muss und damit war unser gemeinsames frei futsch. Fürs nächste Mal müssen wir es wohl so handhaben, wie man es zu Ausbildungszeiten gelernt hat: Wenn man die Nummer nicht kennt, sollte man an seinen freien Tagen nicht ans Telefon gehen ;-)
Wir waren beide ziemlich enttäuscht und sauer, da Daniel schon häufiger in solchen Fällen eingesprungen ist. Da unser gemeinsamer Tag also schon fast wieder gelaufen war, da Daniel bald los musste, haben wir noch einen Probeaufbau unseres Zeltes vorgenommen. Eigentlich ist es vielmehr Jodys Zelt, welches wir für unseren Campingausflug in einer Woche benutzen wollten. Leider mussten wir feststellen, dass das eine Zelt ein Loch im Dach hatte und das andere Zelt eher für eine Person ist (wenn überhaupt). Also mussten wir uns nun auch noch Gedanken um ein neues Zelt machen. Bis jetzt haben wir es auch noch nicht, aber eine ganz liebe Kollegin von mir hat uns sowohl ein Zelt als auch Schlafsäcke zugesichert.
Dann passierte eigentlich das schlimmste diese Woche. Daniel hat sich auf den Weg zur Arbeit gemacht. Wie immer ist er ganz langsam, in weiser Voraussicht, mit dem Fahrrad über den Zebrastreifen gerollt. Hier warnen die Autofahrer auch blinkende Lichter über dem Überweg. Alle Autos haben auch angehalten bis auf eins. Daniel hat das registriert ist schneller geworden, die Fahrerin hat ihn aber trotzdem ziemlich hart am Hinterrad erwischt, so dass er über die komplette Motorhaube geflogen ist und dann auf die Straße geknallt ist. Zum Glück ist ihm nichts passiert und er hat nicht mal eine Schramme. Dennoch hatte er einen ziemlichen Schock. Die Fahrerin hat zwar angehalten, wollte aber erst alle Schuld auf Daniel schieben. Letztendlich hat sie die Schuld eingestanden und die beiden haben Nummern ausgetauscht, da sie die Reparatur des Fahrrads übernehmen wollte. Leider war Daniel nicht so geistesgegenwärtig (verständlich durch den Schock) und hat die Polizei gerufen oder sich gar Telefonnummern von Zeugen geben lassen. Wir haben dann gestern gleich das Fahrrad zur Reparatur gebracht und ich werde es dann heute vor der Arbeit abholen, aber wie ich erwartet habe meldet sich die Unfallfahrerin nicht wegen der Kosten zurück. Wir haben sie mehrmals versucht zu erreichen, leider ohne Erfolg. Daher werden wir ihr wohl eine letzte Nachricht auf die Mailbox sprechen, wo wir mit einer Anzeige der Polizei drohen, wenn sie nicht zahlt. Leider haben wir ja nicht viel in der Hand, so dass mir bald schwant, dass wir auf den Kosten sitzen bleiben. Wir werden berichten.

Eine weitere irgendwie traurige Sache war heute der Abschied von Henry und Ines. Die beiden kamen gestern von ihrer großen Reise zurück und heute nachmittag ging ihr Rückflug nach Berlin. Da wir gestern Abend beide arbeiten mussten und die beiden schon geschlafen haben, sind wir heute etwas zeitiger aufgestanden um uns noch ein paar Bilder und Details der Reise zeigen und erzählen zu lassen. Der Abschied war dann doch relativ schnell, da Jody die beiden zum Flughafen bringen wollte, bevor sie mal wieder zu einer Einladung musste. Dabei waren noch so viele Dinge, die ich gerne gehört und erfragt hätte. Irgendwie war es schon ein seltsames Gefühl, da wir ja doch eine Weile zusammen gewohnt haben und ich mich besonders mit Ines gut verstanden habe. Außerdem habe ich mal wieder richtig realisiert, dass es auch für uns in ein paar Monaten soweit sein wird. Man lebt eine lange Zeit mit Menschen zusammen, die man lieb gewonnen hat,  in einer Umgebung, die man für ein Jahr sein zu Hause nannte, und dann kommt die große Reise, auf die man so lang hingearbeitet hat, und dann ist die Zeit auch schon wieder um und es geht nach Hause. Ich denke, dass wird ein sehr aufregender aber auch emotionaler Abschied, auch wenn es jetzt noch so weit weg scheint.
Vielleicht scheint es uns auch nur schon so nah zu sein, weil wir uns zur Zeit in der heißeren Planungsphase für unseren Trip und damit auch dem Rückflug befinden. Zur Zeit peilen wir noch immer den 22. oder 23. Mai als Rückflugtag an. Also wir wären dann jeweils einen Tag später in Berlin, aber noch ist nichts gebucht. Es ist irgendwie schwierig soweit in die Zukunft zu planen, da wir ja auch nicht ohne Geld in Toronto sitzen und auf unseren Rückflug warten wollen. Aber dazu mehr, wenn etwas fix gebucht ist.

Am 31. August kommt auch schon mein Vater und seine Freundin, mit denen wir dann unseren Campingtrip im Algonquin Park starten. Die Busticket für unsere Rückfahrt haben wir bereits, so dass es eigentlich losgehen kann. Wir freuen uns schon sehr. Neues gibt es dann also erst im September.

Liebe Grüße an alle und macht euch keine Sorgen!

Daniel und Nadine

Samstag, 18. August 2012

Cedarpoint

Am Dienstag (14.8.) sind wir um 5 Uhr aufgestanden und haben uns morgens kurz nach 6 Uhr auf den Weg nach Ohio/USA gemacht. Unser Ziel war Cedarpoint in Sandusky, der Freizeitpark mit den größten und schnellsten Achterbahnen der Welt.


Da es mein erstes Fahrerlebnis mit einem Automatikauto war, war ich zunächst etwas nervös, was sich aber sehr schnell legte. Bereits nach ca. eineinhalb Stunden waren wir an der Grenze angekommen. Ganz selbstverständlich sind wir zu dem Grenzbeamten gefahren, doch der hat uns erstmal unsere Pässe weggenommen und gesagt, wir sollen zu seinen Kollegen rüber fahren. Da ist uns das Herz aber erstmal in die Hose gerutscht. Wir sind dann quasi im Niemandsland gewesen; außerhalb Kanadas aber auch noch nicht in den USA. Nachdem man uns da eine Weile warten lassen hat, wurden wir aufgerufen. Da ich ja das B-Visum (Touristen Visum für die USA) hatte, stellte eigentlich nur Daniel das Problem dar. Ich hatte ihm extra das ESTA-Visum besorgt, aber, wie wir dann herausgefunden haben, gilt dieses nicht für den Landweg. Also mussten wir nochmal 6 Dollar bezahlen, haben beide einen Stempel bekommen und dann ging es auch schon weiter. Das ganze hat uns ca. 40 Minuten gekostet. Um ca. 13.30 Uhr sind wir dann an unserem Hotel eingetroffen. Da die Zimmer leider noch nicht fertig waren, haben wir unsere Badesachen gepackt und sind direkt nach Cedarpoint gefahren. Wir haben einen "Slide and Ride Ticket" gekauft mit dem wir an zwei Tagen zwischen dem angrenzenden Wasserpark und dem Freizeitpark pendeln konnten.
Wir liefen zunächst durch den Park und anschließend am Strand entlang, wo der Eingang zum Wasserpark war. Als wir dann in Soak City waren (so heißt der Wasserpark) mussten wir feststellen, wenn du erstmal drin bist, dann zahlst du richtig. Wir wollten unsere Sachen in einem Schließfach einschließen und mussten dann erstmal ganz schön schlucken, denn nur das Schließfach kostete bereits 15 Dollar. Das war ganz schön viel und jeder der schon mal in einem Wasserpark war, weiß das man seine Sachen ja irgendwo lassen muss. Wir haben uns umgezogen und sind erstmal ein paar Rutschen getestet. Es war ein bisschen bedeckt und windig, aber zwischendurch kam die Sonne auch mal durch. Außerdem war das Wasser beheizt und daher ganz angenehm. Als Daniel dann kalt wurde haben wir uns langsam umgezogen und sind etwas Essen gegangen. Natürlich war das Essen nicht so billig, aber immer noch billiger als die Schließfächer :-)
Anschließend gingen wir zu den Wasserbahnen und Daniel hätte nicht gedacht das man sooo nass wird. Wir dachten uns, da wir sowieso schon nass sind, können wir jetzt auch noch mit den Rafting Booten fahren. Wir wunderten uns, dass alle Ihre Schuhe davor ausgezogen haben, also haben wir das auch einfach gemacht. Das war auch besser, was wir im Nachhinein feststellten, denn irgendwann kam ein Wasserfall der direkt ins Boot hinein floss. Zum Glück saßen wir mittig, so dass wir nicht ganz so nass wurden.
Nachdem wir mit den Wasserbahnen erstmal die ruhigeren Attraktionen gefahren sind, schleppte mich Daniel direkt in die zweithöchste Achterbahn im ganzen Park. Die "Millennium Force" ist ca. 95 Meter hoch und erreicht eine Geschwindigkeit von 150 km.

Millennium 1

Wie man auf dem Bild sieht, ist das wirklich ziemlich hoch, so dass ich mir aus Angst wirklich fast in die Hosen gemacht hätte. Aber ich habs überstanden. Anschließend sind wir noch einige Holzachterbahnen gefahren und haben ein bisschen den Park erkundet. Am Abend haben sind wir dann gegen 9:30 Uhr aus dem Park Richtung Hotel aufgebrochen, aber natürlich nicht ohne noch vorher leckere Zuckerwatte zu essen ;-)



Am nächsten Morgen sind wir dann in ein Dinner gefahren und haben da lecker gefrühstückt. Der Service und das Essen waren wirklich so gut, dass wir beschlossen haben am Donnerstag dort nochmal Essen zu gehen.



Anschließend sind wir wieder in den Park gefahren. Zunächst haben wir uns gleich mal an einer der höchsten Achterbahn der Welt "Top Thrill Dragster" angestellt. Sie ist 122 Meter hoch und beschleunigt auf knapp 200 km in 4 Sekunden. Das war mir dann doch etwas zu viel, so dass nur Daniel gefahren ist.


Da wir sehr schönes Wetter hatten, konnten wir nahezu alles fahren. Auch die Wasserbahnen haben wir nochmal besucht, diesmal aber mit Badesachen. Anschließend sind wir nochmal in den Wasserpark gegangen. Leider fing es dann gegen 18:30 Uhr ganz stark an zu regnen. Aus Sicherheitsgründen wurden dann einige Bahnen geschlossen und auch nicht wieder geöffnet. Daher haben wir leider eine von den ganz tollen Bahnen verpasst. Dennoch hatten wir einen sehr schönen zweiten Tag, den wir auf dem Riesenrad ausklingen lassen haben.


Am nächsten Morgen ging es dann nach einem leckeren Frühstück wieder nach Hause. Wir hatten drei aufregende aber auch anstrengende Tage in Sandusky und können den park nur weiter empfehlen. Alle Schnappschüsse findet ihr ab morgen wieder als Diashow in der Kategorie Bilder.

Viele Grüße

Nadine und Daniel